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VonFrank Müller

03.06.2018 – Stromausfall auf Hamburger Flughafen

Ab 10 Uhr wurden bis Sonntagnacht alle Flüge des Hamburger Flughafen für 30.000 Passagiere annulliert.

Der Grund war ein Stromausfall.

Unsere Wahrnung ist, dass die Energieversorgung immer „verletztlicher“ wird und im gleichen Verhältnis die Abhängigkeiten von Jahr zu Jahr steigen!


Wertvolle Berichte zum Nachlesen gibt es unter anderm beim NDR :
Zitat:

Stromausfall: Hamburg Airport stellt Flugbetrieb ein

Ein Stromausfall hat am Sonntag den Hamburger Flughafen lahmgelegt. Der Flugbetrieb wurde für den Rest des Tages eingestellt, wie der Flughafen gegen 16 Uhr über den Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte. „Es ist nicht gelungen, den Fehler zu beheben. Der Flughafen Hamburg benötigt redundante Stromversorgung, um einen gesicherten Flugbetrieb durchzuführen.“ Es wurden Feldbetten für Reisende zur Verfügung gestellt. Laut Flughafen-Sprecherin Katja Bromm sind rund 30.000 Fluggäste von den Ausfällen betroffen. Ob der Betrieb Montag früh wieder läuft, könne nicht garantiert werden, sagte Bromm NDR 90,3. Nach Airport-Angaben vom Sonntagabend waren bereits mehr als ein Dutzend Flüge für Montagmorgen gestrichen. Weil etliche Maschinen am Sonntag nicht mehr in der Hansestadt landeten, konnten auch nicht alle Flugzeuge wie vorgesehen über Nacht auf dem Flughafengelände bleiben und startklar gemacht werden.

Zitat Ende:
https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Stromausfall-Hamburg-Airport-stellt-Flugbetrieb-ein,flughafen1520.html


SPIEGEL ONline schreibt am 05.06.2018 / 14:26Uhr :

Den Hamburger Flughafen hat der Kurzschluss und seine Folgen nach ersten Schätzungen rund eine halbe Million Euro gekostet.
Hinzu kämen Schäden bei Airlines und Passagieren, sagte Flughafenchef Michael Eggenschwiler in Hamburg.
Der Imageschaden sei noch nicht abzusehen. „Ich hoffe, dass wir den klein halten können.“

Eggenschwiler sprach von „höherer Gewalt“.
Der Defekt an der Isolierung eines 400-Volt-Kabels, der den Kurzschluss ausgelöst habe, sei vorher nicht erkennbar gewesen.
Das Kabel sei 15 bis 20 Jahre alt, was aber normalerweise kein Problem sei.
Der Kurzschluss sei jedoch „sehr, sehr stark“ gewesen, so dass er auch andere Teile des Stromsystems getroffen habe.

Der Vorfall „führte uns schmerzlich vor Augen, wie wichtig der Flughafen ist“, sagte Verkehrsstaatssekretär Andreas Rieckhof mit Blick auf Tausende Urlaubs- und Geschäftsreisende, die durch die Einstellung des Flugbetriebs von Sonntagvormittag bis Montagmorgen in Hamburg gestrandet waren. „Wir werden uns mit dem Betreiber und den Gesellschaftern austauschen, was man noch besser machen kann.“

Am Dienstag ist der Betrieb am Hamburger Flughafen wieder regulär aufgenommen worden. „Die Lage ist komplett entspannt“, hieß es. 217 Ankünfte und 215 Abflüge würden im Laufe des Tages erwartet. Bereits am Montag war der Flugbetrieb allmählich zur Normalität zurückgekehrt. Von den jeweils 214 geplanten Starts und Abflügen waren noch 12 Landungen und 24 Starts gestrichen worden.

Kurzschluss im „Herz“ der Stromversorgung

Tausende Passagiere hatten am Sonntag ihre Reisen wegen des Stromausfalls nicht wie geplant antreten können. Auf eine Entschädigung nach EU-Recht können die Reisenden nicht hoffen. Ein Vorfall wie der Stromausfall sei als außergewöhnlicher Umstand zu betrachten, sagt der Reiserechtsexperte Paul Degott aus Hannover – und dann ist eine Fluggesellschaft von der Zahlung befreit.

Der Kurzschluss entstand nach Angaben des Flughafenchefs in der Stromversorgung des Blockheizkraftwerks des Flughafens, dort war die Isolierung an einem Kupferkabel schadhaft. „Er traf mitten ins Herz“, sagte Eggenschwiler am Montag.

Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) schreibe zwei unabhängig voneinander betriebene Stromsysteme für die Flugbetriebsflächen vor. Dies sei nach dem Kurzschluss nicht mehr gegeben gewesen. Der Flughafen musste geschlossen werden. 42 Kabel auf 540 Metern Länge seien ausgetauscht worden, sagte Eggenschwiler. Anschließend habe das Blockheizkraftwerk von 3 Uhr an am Montagmorgen wieder stabil zur Verfügung gestanden.

Nach früheren Stellungnahmen des Flughafenverbands ADV hätte so ein Fall in Deutschland nicht vorkommen dürfen. Nach einem zwölfstündigen Stillstand aufgrund eines Stromausfalls am US-Flughafen Atlanta hatte der ADV mitgeteilt, dass deutsche Flughäfen für solche Fälle bestens gerüstet seien. Bei einem Szenario wie in Atlanta sei lediglich von einem zeitlich beschränkten Ausfall in einem eng beschränkten lokalen Gebiet auszugehen. Zu dem Hamburger Vorfall äußerte sich der ADV bislang nicht.

Quelle:

http://www.spiegel.de/reise/aktuell/flughafen-hamburg-stromausfall-kostet-airport-halbe-million-euro-a-1211277.html

 


persönliche Anmerkung:

Die Auswirkungen des Stromausfalles hätten bei einem 400Volt Niederspannungskurzschlusses, in einem echten Reduandanzkonzept so nicht entstehen dürfen!
Frank Müller